DKP Kiel
Deutsche Kommunistische Partei

Aktuelles

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Blog der DKP Kiel

2018-10-23

Die deutsche Revolution steht noch aus (Kurt Tucholsky)

Podiumsdiskussion_bearb_2.jpgVeranstaltung der DKP Kiel: 100 Jahre nach der Novemberrevolution: “Die deutsche Revolution steht noch aus” am 20.10.2018

Im fast voll besetzten Saal in der Hansa 48 bewerteten die vier Podiumsgäste: Uli Schippels (Partei die Linke), Frank Thurow (Interventionalistische Linke), Dietrich Lohse (DKP), Benno Stahn (Friedensforum) die damaligen Ereignisse jeweils aus ihrer Sicht und diskutierten mit dem Publikum.

Bei der Bewertung waren sich alle einig, dass es sich unbestreitbar um eine Revolution handelte, während die Meinungen die Gewichtung der Erfolge auseinander gingen: Benno Stahn hob hervor, dass die Beendigung des Krieges entscheidend war, Uli Schippels und Frank Thurow stellten die Emanzipation der Arbeiterklasse, Abdankung des Kaisers und Entmachtung der Generäle in den Vordergrund. Dietrich Lohse betonte die Bedeutung der drei Säulen der Macht: Monarchie, Militär und Kapital, die durch die Revolution aus der Verankerung gerissen wurden, wie es das Kieler Revolutions Denkmal “WIK” symbolisiert. So ist auch die Gründung der KPD eine konsequente Entwicklung, nachdem die SPD schon vor dem 1. Weltkrieg den Charakter einer sozialistischen Partei eingebüßt hatte.

Aus dem Publikum kamen neben Nachfragen an das Podium auch vielfältige substanzielle Ergänzungen zur sehr solidarisch geführten Diskussion. Ein schriftlich eingereichter Beitrag von der IGM Kiel fasst die Lehren aus der Novemberrevolution zusammen: “Matrosenaufstand – und was wir heute daraus lernen”: a) Sich nicht mit den Gegebenheiten zufrieden geben, b) Für ein besseres Leben kämpfen, c) Grenzenlos solidarisch sein.

Handlungsaufträge sind neben den schon von der IGM Kiel genannten Lehren der Kampf gegen die geplanten Aufrüstungen, die drohende Kriegsgefahr, der weiteren Spaltung der Gesellschaft durch Sozialabbau die Mobilisierung gegen Rassismus und Faschismus. Dietrich hebt noch die Aufgaben der Gewerkschaften hervor, auch politische Streiks in Erwägung zu ziehen. Mitunter reichen Aufrufe und Kundgebungen nicht.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die linken Kräfte in Kiel die richtigen Lehren gezogen haben: Eine einige Linke kann nicht so leicht weggeschoben werden. Unterschiedliche Auffassungen öfter miteinander austauschen und gemeinsam Handeln. Die in der Veranstaltung herausgearbeiteten Gemeinsamkeiten der “Linkskräfte” muss sich mehr als bisher in der Praxis beweisen. Die politische Linke muss die Kraft entwickeln, den vom Kapitalismus gedemütigten und enttäuschten Menschen den wirklichen Gegner zu weisen und den Kampf gegen ihn zu organisieren – in Zusammenarbeit mit den Geflüchteten, in internationaler Solidarität mit den ausgebeuteten Menschen in aller Welt.

Der Tag klang aus mit einem Rückblick auf die revolutionäre Geschichte in Deutschland in Zitaten und Liedern, zusammengestellt und gestaltet von Erich Schaffner und Georg Klemp. Erich Schaffner nahm sich noch einmal die historische Rolle der SPD vor und ließ dazu Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Kurt Tuchholsky, Minna Faßhauer aus Braunschweig zu Wort kommen. Das Wort “Verrat” wurde am Ende gemildert durch den Anspruch, auch auf die SPD zuzugehen, vor allem wenn es darum geht, den wieder erstarkenden Faschismus gemeinsam zu bekämpfen. Gemeinsam erklang die “Internationale” in dem nun wirklich “ausverkauften” Saal.

Admin - 09:38:42 @ Blog der DKP Kiel

Internationaler Aktionstag gegen Rassismus am 16. März 2019

Am 16. März 2019 sind in viele Städten Europas Menschen auf die Straße gegangen, um ihren Beitrag zum Internationalen Aktionstag gegen Rassismus zu leisten und dabei ihre Verbundenheit mit den Menschen in aller Welt, die gegen Rassismus und Faschismus aufstehen, zu demonstrieren.

In Kiel fanden sich auf dem Europaplatz, der von zahlreichen Organisationen, darunter auch die DKP Kiel, zur Darstellung ihrer antirassistischen Aktivitäten genutzt wurde, etwa 500 Menschen zusammen. Anschließend formierten sie sich zu einem Demonstrationszug durch die Stadt - sie ließen sich von starkem Wind und Dauerregen nicht beeindrucken.


Aufgerufen hatte in Deutschland die Kampagne "Aufstehen gegen Rassismus", in Kiel organisiert vom Runden Tisch gegen Rassismus und Faschismus. Vertreter*innen von mehr als 20 Organisationen hatten sich zur Vorbereitung dort getroffen, die Festigung der Zusammenarbeit all dieser Kräfte ist ein wesentliches Ergebnis dieses Aktionstags.

Neben der Bekundung internationaler Solidarität mit Geflüchteten und der Forderung nach sicheren Fluchtwegen und der Aufnahme auch in Scheswig-Holstein und speziell in Kiel wurde mehrfach die Forderung nach dem Wahlrecht für alle erhoben - sehr aktuell, denn 2019 stehen neben der EU-Wahl zahlreiche weitere Wahlen an, darunter vier Landtagswahlen.

In einer über den Verteiler des Runden Tisches verbreiteten ersten Stellungnahme heißt es dazu: "Es ist schon bezeichnend, dass noch mehr als 100 Jahre nach der deutschen Revolution am November 1918 das Wahlrecht in Deutschland in einem bedeutenden Teil vor-republikanische Züge trägt - "no taxation without represention" (= wer Steuern zahlt, muss auch wählen und gewählt werden können) war eine zentrale Forderung der amerikanischen bürgerlichen Revolution und Unabhängigkeitsbewegung. Bei uns bedeutet der gegenwärtige Zustand vor allem eine Schwächung der Arbeiter*innenbewegung in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung, es geht vor allem um all die vielen Kolleginnen und Kollegen, die nicht deutsche oder EU-Bürger*innen sind.

Dabei ist die Begrenztheit der Losung von 1763 offensichtlich und nicht die Grenze unserer bekannten Forderung, "Gleiche Rechte für alle Menschen, die hier leben!". In der "Kieler Erklärung" unseres Runden Tisches wird dazu ein weiterer Vorschlag gemacht: " Menschenrechte müssen ungeteilt sein. Ein notwendiger Schritt dahin: Menschen ausländischer Herkunft, die längere Zeit in Deutschland leben, und allen, die hier geboren werden, muß die doppelte Staatsbürgerschaft und das Wahlrecht zuerkannt werden!" Auf kommunaler Ebene ist die Zuerkennung des Wahlrechts Ländersache. Unsere Forderung richtet sich in diesem Punkt also an die Regierung in Kiel.
"

Bilder vom Aktionstag und verschiedene Redebeiträge sind zu finden auf der Seite des Runden Tisches (runder-tisch-kiel.de) und der Kampagne "Aufstehen gegen Rassismus" (agr-sh.de).

Der Runde Tisch Kiel trifft sich jeden vierten Dienstag im Monat um 19 Uhr im Kieler Gewerkschaftshaus (Legienstraße 22-24, 24103 Kiel).