DKP Kiel
Deutsche Kommunistische Partei

Aktuelles

Hier findest du den Blog der DKP Kiel und jede Menge Informationen über aktuelle Entwicklungen in der DKP, aus unseren Bündnissen und generell für Kiel und Umgebung. Neuigkeiten und Posts rund um die DKP Kiel findest du auch auf unserer Facebook-Seite.

Blog der DKP Kiel

2019-09-07

Festival am kleinen Strand, 31.08.2019

AgR am Kleinen Strand.jpgLiebe Freundinnen und Freunde,

“No Nation - just people!” Unter diesem Motto war auch das 8. Festival am Kleinen Strand war eine großartige Sache. Herzlichen Dank noch einmal unseren Mitstreiter*innen von Runden Tisch gegen rechte Ecken und dem ANSTATT e.V.-Verein zur Förderung von Jugend- und Mädchenkultur.

Leider konnte Esther Bejarano nicht auftreten - sie musste bereits am Vortag ins Krankenhaus; ihr Sohn Joram und Kutlu Yurtseven haben das Programm dennoch ohne sie gespielt. Wir wünschen Esther schnelle und gute Besserung!

Esther Bejarano, die im faschistischen Konzentrationslager Auschwitz dem “Mädchenorchester” angehörte, ist 94 Jahre alt. Wir möchten gern noch sehr lange Seite an Seite mit ihr gegen Rassismus und Faschismus, gegen Kriegstreiberei kämpfen.

Ihre musikalischen Fähigkeiten konnte sie zum Glück schon bald nach der Niederwerfung des Faschismus in neuem Sinne einsetzen. Sie hat oft davon erzählt; beschrieben wird das zum Beispiel auch in einem Bericht über Esthers Auftritt am 9. Mai 2019 im Gymnasium der Stadt Lennestadt:

Kurz vor der Kapitulation am 8. Mai 1945 konnte Esther Bejarano zusammen mit sechs Freundinnen nach fünf Tagen Todesmarsch durch Mecklenburg entkommen. Sie trafen auf US-amerikanische Soldaten, die sich um sie kümmerten.

In der Stadt Lübz erlebten sie die Befreiung Deutschlands durch die amerikanischen und russischen Truppen: „Ein russischer Soldat brachte ein großes Bild von Adolf Hitler und stellte es mitten auf den Marktplatz. Sie zündeten es an, die Soldaten und die Mädchen aus dem KZ tanzten um das Bild herum, und ich spielte Akkordeon. Auch dieses Bild werde ich nie vergessen - das war nicht nur meine Befreiung, sondern meine zweite Geburt“, erinnerte sich Bejarano.

Erinnern möchte ich bei dieser Gelegenheit auch an eine andere Frau, die ebenfalls in Auschwitz eingesperrt und gequält wurde und dort Arrangements für das Orchster vornahm, in dem Esther spielte - Fania Fénelon, die am 2. September 100 Jahre alt geworden wäre. In der “jungen Welt” von heute ist ein kleiner Nachruf erschienen, den ich hier wiedergebe:

»Man sollte so, wie wir für die Liebe ganz neue, eigene Worte prägen, auch für den Hass Worte erfinden, die noch unverbraucht, nicht abgegriffen sind, die noch keinem anderen Hass dienten«, heißt es in dem Erfahrungsbericht »Das Mädchenorchester in Auschwitz«, verfasst von der Französin Fania Fénelon, geborene Goldstein. Den Künstlernamen wählte sie für ihre Vorträge von Chansons in Pariser Nachtbars. Als Jüdin und Unterstützerin des Widerstands wurde sie von der Gestapo im Mai 1943 verhaftet und ins KZ Auschwitz-Birkenau verbracht. Hier war auf Befehl der SS ein Frauenorchester gegründet worden, das für die beteiligten Häftlinge nur geringe Erleichterungen brachte. Fénelon arrangierte Melodien für dieses Orchester. Nach 15 Monaten in Auschwitz-Birkenau und Bergen-Belsen wurden sie und ihre Leidensgenossinnen von britischen Soldaten befreit.

Fania Fénelon trat wieder in Paris auf, wurde eine gefeierte Chansonsängerin. Vermutlich werden sich nur ältere Leser noch daran erinnern, dass sie in den 60er Jahren Teil des kulturellen Lebens in der DDR war. Sie kam mit ihrem damaligen Lebensgefährten, wohnte in einem Appartement Unter den Linden, gab Chansonabende, nahm Platten auf und unterrichtete Schauspielstudenten im Fach Chanson an der Theaterhochschule »Hans Otto« in Leipzig. Sie brachte französisches Flair in die DDR. Als sie nach Paris zurückkehrte, entstand 1973 das oben erwähnte Buch, das in vielen Teilen der Welt nachgedruckt und in einer Bearbeitung von Arthur Miller 1980 in den USA auch verfilmt wurde.

Als Fénelon 1983 starb, wurden unterschiedliche Geburtsjahre angegeben, u. a. 1908, 1918 und 1922. Wir halten uns an ihre Autobiographie. Dort erinnert sie sich am 2. September 1944 im Konzentrationslager daran, dass ja ihr 25. Geburtstag sei. Demnach ist die außerordentliche Künstlerin vorgestern vor 100 Jahren geboren worden.

Erinnern für die Zukunft. Auch an unsere Vorbilder im Kampf gegen Rechts. - Das Festival am Kleinen Strand hat uns Freude gemacht und neuen Schwung gegeben, den wir für die Gestaltung der Zukunft dringend brauchen. Wir freuen uns schon aufs 9. Festival im kommenden Jahr!

Admin - 10:34:08 @ Blog der DKP Kiel

2019-07-03

Carola Rackete ist frei! Kundgebung am 6. Juli, 11 Uhr Europaplatz

Free-Carola.jpgMehr als 800 Menschen haben am Dienstagabend (02.07.) in Kiel für die Freilassung Carola Racketes und gegen die Verfolgung von Seenotretter*innen, gegen die Festung Europa, für sichere Fluchtwege, Bleiberecht und gleiche Rechte demonstriert.

Schon am Ende der Demonstration wurde bekannt; Carola Rackete wurde aus dem Hausarrest entlassen. Dazu ganz unten auch die hiermit weitergeleitete Nachricht. Das heißt noch nicht, dass auch die Anklage fallengelassen wurde - Näheres dazu sicher demnächst.

Carolas Freilassung ist ein Erfolg weltweiter Solidarität! Einer Solidarität, die immer wieder aufbringen müssen zur Erreichung unserer Ziele. Deshalb unterstützen wir auch die nächste Kundgebung der Seebrücke am Sonnabend (06.07.) um 11 Uhr auf dem Europaplatz.

Kommt zahlreich -  wir seh’n uns!

Admin - 09:10:19 @ Blog der DKP Kiel

2019-06-19

Aktionen zur Innenministerkonferenz 12.06.2019 in Kiel

ust-kiel-6982,medium_large.1560588926.jpgBereits seit 2005 findet immer parallel zur Innenministerkonferenz die von Jugendliche ohne Grenzen (JoG) organisierte JoG-Konferenz statt. Unter dem Motto #Hiergeblieben fand am 12. Juni eine Demonstration mit zahlreichen Bündnispartnern statt. Ebenfalls bereits Tradition hat die Gala von JoG, diesmal im Theater der Niederdeutschen Bühne Kiel. Hier wurden Initiativen geehrt, die sich besonders um Flucht und Flüchtlingshilfe verdient gemacht haben. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr das Team der #iuventa von #jugenrettet, Asmara’s World Refugee Support und Watch the med-Alarmphone für ihren großartigen Einsatz. Hier wurde auch der „Abschiebeminister“ des Jahres gewählt. Die Wahl entschied mit großer Mehrheit der Innenminister aus Sachsen Roland Wöller für sich. Gemeinsam mit Pro Asyl und dem Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein wurde zur Information auch die Landespressekonferenz im Landtag genutzt. Zum Abschluss erfolgte die Übergabe des Preises an den Abschiebeminister vor dem Tagungsort der IMK. Der Preis wurde dann an einen Mitarbeiter des Orga-Team übergeben, da der Minister dafür keine Zeit hatte oder haben wollte.

Text und mehr Fotos gibt es hier
CC: Ulf Stephan

Admin - 12:34:15 @

Internationaler Aktionstag gegen Rassismus am 16. März 2019

Am 16. März 2019 sind in viele Städten Europas Menschen auf die Straße gegangen, um ihren Beitrag zum Internationalen Aktionstag gegen Rassismus zu leisten und dabei ihre Verbundenheit mit den Menschen in aller Welt, die gegen Rassismus und Faschismus aufstehen, zu demonstrieren.

In Kiel fanden sich auf dem Europaplatz, der von zahlreichen Organisationen, darunter auch die DKP Kiel, zur Darstellung ihrer antirassistischen Aktivitäten genutzt wurde, etwa 500 Menschen zusammen. Anschließend formierten sie sich zu einem Demonstrationszug durch die Stadt - sie ließen sich von starkem Wind und Dauerregen nicht beeindrucken.


Aufgerufen hatte in Deutschland die Kampagne "Aufstehen gegen Rassismus", in Kiel organisiert vom Runden Tisch gegen Rassismus und Faschismus. Vertreter*innen von mehr als 20 Organisationen hatten sich zur Vorbereitung dort getroffen, die Festigung der Zusammenarbeit all dieser Kräfte ist ein wesentliches Ergebnis dieses Aktionstags.

Neben der Bekundung internationaler Solidarität mit Geflüchteten und der Forderung nach sicheren Fluchtwegen und der Aufnahme auch in Scheswig-Holstein und speziell in Kiel wurde mehrfach die Forderung nach dem Wahlrecht für alle erhoben - sehr aktuell, denn 2019 stehen neben der EU-Wahl zahlreiche weitere Wahlen an, darunter vier Landtagswahlen.

In einer über den Verteiler des Runden Tisches verbreiteten ersten Stellungnahme heißt es dazu: "Es ist schon bezeichnend, dass noch mehr als 100 Jahre nach der deutschen Revolution am November 1918 das Wahlrecht in Deutschland in einem bedeutenden Teil vor-republikanische Züge trägt - "no taxation without represention" (= wer Steuern zahlt, muss auch wählen und gewählt werden können) war eine zentrale Forderung der amerikanischen bürgerlichen Revolution und Unabhängigkeitsbewegung. Bei uns bedeutet der gegenwärtige Zustand vor allem eine Schwächung der Arbeiter*innenbewegung in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung, es geht vor allem um all die vielen Kolleginnen und Kollegen, die nicht deutsche oder EU-Bürger*innen sind.

Dabei ist die Begrenztheit der Losung von 1763 offensichtlich und nicht die Grenze unserer bekannten Forderung, "Gleiche Rechte für alle Menschen, die hier leben!". In der "Kieler Erklärung" unseres Runden Tisches wird dazu ein weiterer Vorschlag gemacht: " Menschenrechte müssen ungeteilt sein. Ein notwendiger Schritt dahin: Menschen ausländischer Herkunft, die längere Zeit in Deutschland leben, und allen, die hier geboren werden, muß die doppelte Staatsbürgerschaft und das Wahlrecht zuerkannt werden!" Auf kommunaler Ebene ist die Zuerkennung des Wahlrechts Ländersache. Unsere Forderung richtet sich in diesem Punkt also an die Regierung in Kiel.
"

Bilder vom Aktionstag und verschiedene Redebeiträge sind zu finden auf der Seite des Runden Tisches (runder-tisch-kiel.de) und der Kampagne "Aufstehen gegen Rassismus" (agr-sh.de).

Der Runde Tisch Kiel trifft sich jeden vierten Dienstag im Monat um 19 Uhr im Kieler Gewerkschaftshaus (Legienstraße 22-24, 24103 Kiel).