DKP Kiel
Deutsche Kommunistische Partei

Willkommen auf der Webseite der DKP Kiel!

Wir sind die Deutsche Kommunistische Partei in Kiel. Wir sind Partei des Widerstandes gegen die sozialreaktionäre, antidemokratische und friedensgefährdende Politik der Herrschenden. Wir sind eine antifaschistische Partei, eine Partei des proletarischen Internationalismus. Unser Ziel ist der Sozialismus, der Bruch mit dem Ausbeutersystem Kapitalismus. Für dieses Ziel die Mehrheit zu gewinnen, darum geht es der DKP – in Kiel, in Schleswig-Holstein und bundesweit.


Genaueres über unsere Partei findest du in den Rubriken DKP und Was will die DKP?, sowie in den angeschlossenen Unterrubriken.

Mehr über unsere Standpunkte vor Ort und bundesweit findest du unter DKP in Kiel, in den Kommunalpolitischen Positionen der DKP Kiel und im Sofortprogramm der DKP.

Für Kiel und Umgebung geben wir regelmäßig unsere Zeitung „backbord“ heraus – hier findest du die aktuelle Ausgabe und ein Archiv der letzten Jahre.
Wenn du mehr über die DKP Kiel, unsere Politik und unsere Aktivitäten erfahren möchtest, schau dir den Blog der DKP Kiel an, kontaktiere uns direkt über das Kontaktformular oder schreibe uns einfach eine Email an: info[at]dkpkiel.de

30 Jahre Grenzöffnung und 70 Jahre DDR – die Herrschenden lassen sich feiern, Kommunisten in Kiel halten dagegen

Am 2. und 3. Oktober war in Kiel die Hölle los, Tausende Polizisten sollten die 100 000 erwarteten Besucher der Einheitsfeierei beaufsichtigen. Mit Straßensperren und Sicherheitszonen sollte die Politikprominenz vor jenen geschützt werden, die so gar nicht davon überzeugt sind, dass ihnen die Konterrevolution in der DDR irgendetwas Positives beschert hätte. Im Gegenteil.

Wenn die der Konterrevolution verbundenen Meinungsbildner und Jubeldeutschen ihre Gruselstories gebetsmühlenartig auftischen, dann ist klar: Kommunisten und andere Antikapitalisten zeigen Flagge. Erst recht in Kiel, der Stadt mit revolutionärer Tradition, wo reichlich Blut vergossen wurde durch die Konterrevolution vor 100 Jahren.

So lud denn die DKP Kiel zur Auseinandersetzung mit gängigen Mythen, zur Auseinandersetzung mit Dichtung und Wahrheit ein. Während eine Tür weiter im Veranstaltungszentrum die antikommunistische Phalanx von Grünen und dem sogenannten SED-Aufarbeiter Jahn das hohe Lied des Antikommunismus anstimmten, informierte parallel der Philosoph Arnold Schölzel, ehemaliger Chefredakteur der Tageszeitung „junge Welt“ und jetziger Chefredakteur des „Rotfuchs“, über Dichtung und Wahrheit.

In einer erkenntnisreichen Veranstaltung wurde insbesondere der Lebensalltag in der DDR mit den sozialen Errungenschaften und den Arbeiterrechten, dem bedingungslosen Antifaschismus des ersten sozialistischen Staates auf deutschem Boden und der zerstörerischen Konterrevolution, Kolonialisierung und Delegitimierung der DDR im Zusammenspiel mit objektiven Fakten und persönlichem Erleben dargestellt. Schölzel hob dabei die wesentliche Rolle der Währungsfrage zur Forcierung der Konterrevolution hervor. Die bewusst in die Welt gesetzten Lügen über eine baldige DDR-Pleite rief bei vielen DDR-Bürgern Angst und Panik hervor. Die Kohl’sche Androhung, entweder ihr wählt mich bzw. meine Partei oder es sieht schlecht für euch mit der DM (D-Mark) aus, taten ein Übriges. Der sichere soziale Status in der DDR wurde aus dieser angstpotenzierten Erpressung über Bord geworfen und die Konterrevolution hatte eine wesentliche Hürde genommen.

Dies alles verlief nicht gradlinig und widerspruchsfrei. Und es gab natürlich auch weitere, die Konterrevolution begünstigende Faktoren. Diese konnte aber nun aus ihren Filzlatschen heraustreten und zum großangelegten Kehraus schreiten. Das Ergebnis ist bekannt, über Einzelheiten muss weiter geforscht und vermutlich auch gestritten werden. Die Erkenntnislage verdichtet sich, und dazu empfahl Schölzel auch das gerade erschienene neue Buch von Daniela Dahn: „Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute. Die Einheit – Eine Abrechnung“

Was nicht fehlen durfte, war die Aktionsorientierung. Am 3. Oktober stellte sich ein Bündnis unter dem Motto „Klassensolidarität statt Vaterland“ mit einer Demonstration der Einheitsfeierei entgegen, an der sich auch die Kieler DKP und SDAJ beteiligten. Zirka 600 Demonstranten kamen und thematisierten die Verbrechen der Treuhand, die deutschen Kriegseinsätze seit der Konterrevolution und verurteilten den stetig anwachsenden Nationalismus.

Der Artikel findet sich auch in der UZ vom 11. Oktober 2019.

Am 02. Oktober 2019 führte die DKP Kiel eine Informationsveranstaltung mit Arnold Schölzel zur Gründung des ersten sozialistischen Staates auf deutschem Boden in der „Pumpe“ durch.

Hier auf unserer Homepage kann die Veranstaltung als MP3-Dateien heruntergeladen werden - in drei Teilen, aufgeteilt nach folgenden Themenfeldern:


1. Die DDR als Arbeiter-, Bauern- und Sozialstaat. Der Lebensalltag und die bedingungslose Zerstörung der Errungenschaften aus 40 Jahren Aufbauarbeit


2. Die DDR als antifaschistischer und internationalistischer Friedensstaat


3. Die Phase der Konterrevolution mit der anschließenden umfassenden Delegitimierung und Kolonialisierung aller relevanten gesellschaftlichen Bereichen


Arnold Schölzel, Philosoph, langjähriger Chefredakteur der linken Tageszeitung „junge Welt“ und derzeitiger Chefredakteur der Monatszeitschrift „Rotfuchs“ hat zunächst Erfahrungen in der „alten“ BRD sammeln können, ging dann in die DDR und kennt die Entwicklungsgeschichte, die Interessenslage sowie die Klassenauseinandersetzungen dieser Zeit wie kaum jemand anderer.

Redebeitrag der DKP Kiel auf der Demonstration gegen die Kriegskonferenz KISS (Kiel, 25.6.2019)

>>KISS! Was für eine schöne Abkürzung für ein Symposium der Weltkriegsstrategen. Nebenbei: der Begriff „Symposium“ geht auf das griechische „Symposion“ zurück und bezeichnete im alten Griechenland – so steht‘s im Duden – ein „Trinkgelage, bei dem das [philosophische] Gespräch im Vordergrund stand.“ Wie viel auf dieser Konferenz getrunken wird, ist nicht weiter interessant; interessieren müssen uns die dort ausgebrüteten Strategien - die Strategien der Kriegsführung und die Strategien der Manipulation des Massenbewusstseins.


Der Redebeitrag kann HIER als PDF heruntergeladen werden.


Aber lasst mich hier erstmal etwas klarstellen, das sich für Antimilitarist*innen und Kriegsgegner*innen eigentlich von selbst verstehen sollte: Ich stehe – und meine Partei, die Deutsche Kommunistische Partei steht – nicht hinter der Bundeswehr.

In den Reihen der Kriegsgegner*innen sind Anhänger*innen der Grünen und der SPD. Aber ihre Landtagsabgeordneten haben sich gerade beeilt, ein „Bekenntnis zur Bundeswehr“ abzulegen, und zwar in Reaktion auf einen Antrag der völkischnationalistischen AfD – diese hatte eine Kooperationsvereinbarung zwischen Bildungsministerium und Bundeswehr gefordert und dabei erklärt, die Bundeswehr habe „Vorbildcharakter – und Vorbilder gehören in die Schule.“ Weder SPD noch Grüne sind grundsätzlich gegen Jugendoffiziere an Schulen. Wir schon. Und wir sind froh, dass es im Anschluss an unsere Demonstration heute noch eine Aktion von Jugendlichen – unter ihnen die SDAJ – vor dem „Karrieretruck“, dem mobilen Propaganda- und Werbezentrum der Bundeswehr, geben wird: „Bundeswehr nassmachen!“

Das Militär ist der größte Umweltzerstörer weltweit. Wer Bundeswehreinsätze unterstützt, ist als Klimaschützer unglaubwürdig. Allerdings: Man kommt den KriegstreiberInnen und ihren Fans nicht wirklich bei mit Umweltschutzargumenten. Wer in dieser Zeit den Einsatz von Marine und Armee für geboten hält, den wird das nicht überzeugen.

Der gesellschaftliche Konsens über den Verteidigungscharakter der Bundeswehr muss gebrochen werden!

Propaganda für Bundeswehr und NATO gehört zur Kernaufgabe der „Seapower“-Konferenz. Ihr Symbol – der von Wilhelm Zwo übernommene Dreizack als Symbol des Großmachtstrebens der deutschen Marine, dessen Griff im Logo dieser Konferenz in eine Feder ausläuft – illustriert das; leider finden sich allzu oft Journalist*innen, die die Ergüsse aus dieser Feder kritiklos in ihre Gazetten aufnehmen. So, wie dort jüngst auch das seit Jahrzehnten größte, unverhohlen gegen Russland gerichtete Seekriegsmanöver „Baltops“ als Friedensaktion und Touristenattraktion verkauft wurde.

Eines der beliebtesten Argumente der Bundeswehrfreunde und Befürworter der Rüstungsproduktion ist die angebliche Sicherung von Arbeitsplätzen - durch die Soldaten, die an den Armeestandorten „die Wirtschaft ankurbeln“, und vor allem durch die Rüstungsproduktion auf den Werften, bei Rheinmetall und in der ganzen großen Zulieferindustrie.

„Kiel ist der ideale Standort für eine Marine im weltweiten Einsatz.“ So lautet einer der Slogans, mit denen diese Stadt ihren Kriegshafen bewirbt, und in jeder Kieler Woche können Familien mit Kindern einige der „grauen Riesen“ besichtigen. Das Werben fürs Sterben erreicht so schon die Kleinsten.

Zum Thema Arbeitsplatzsicherung lasst mich hier nur drei Gesichtspunkte erwähnen: Mit unserer Forderung, die Ausgaben für die Rüstung auf keinen Fall zu erhöhen - „#No2Percent“ bleibt eine aktuelle Losung - , sondern unmittelbar drastisch zu kürzen, stellen wir uns nicht gegen die Kolleg*innen und Kollegen in den betreffenden Betrieben. Unsere Ziele werden wir nicht gegen sie, sondern nur mit ihnen verwirklichen können. Mit ihnen zusammen müssen wir erreichen, dass die Rüstungskonversion, die Umwandlung in zivile Produktion von einer Losung, die von außen in die Betriebe hineingerufen wird, durchgängig zu einer Praxis wird, die ihre Basis in den Betrieben selbst hat. Danach streben bereits nicht wenige Menschen in diesen Betrieben selbst, ja, sie haben sogar den Anstoß für diese Diskussion gegeben. Sie brauchen die vorbehaltlose Unterstützung ihrer Gewerkschaften!

Und eins ist mal sicher: Wenn sich die Hasardeure um Herrn Krause vom ISPK durchsetzen mit ihrer Ansicht, man solle keine Scheu vor einer Konfrontation mit Russland haben, dann müssen wir uns eventuell bald auf lange Zeit keine Gedanken mehr um Arbeitsplätze in unserer Stadt machen: Es wird keine mehr geben, und nur noch sehr wenige Menschen, die hier noch Arbeit suchen könnten.

Das deutsche Kapital greift erneut nach der Weltmacht. Noch vor allem in Kooperation mit den USA, schon im Bestreben, unter Instrumentalisierung der EU militärisch eigenständiger handlungsfähig zu werden. Die angestrebte EU-Armee, die eine neue Stufe der Militarisierung darstellt, ist ein Beispiel dafür. - Lassen wir es nicht zu!

Im Übrigen sind wir überzeugt: Unser Ziel – eine Ostsee als Meer des Friedens – wird nur zu erreichen und dauerhaft zu sichern sein, wenn die Macht des Kapitals in Deutschland und allen anderen Anrainerstaaten gebrochen wird. Die internationale Solidarität, das gemeinsame Handeln vor allem der Arbeiter*innenklasse dieser Länder ist die Voraussetzung dafür. Darauf arbeiten wir hin, gemeinsam mit unseren Genoss*innen in diesen Ländern, denen unser herzlicher Gruß von dieser Stelle aus gilt.

Er lebt noch in uns allen, der Geist der roten Matrosen von Kronstadt und Kiel.<<